Infrarot ersetzt Öl und Gas

Schweizer Neuheit von Blutech

Infrarot ersetzt Öl und Gas

13. Oktober 2021 agvs-upsa.ch – Seit dem 1. Mai steht in der Carrosserie Glatt in Höri ZH eine Schweizer Neuheit im Einsatz. Die Lackier­kabine IR-Evo HD reduziert die Einbrennzeit auf einige Minuten, erhöht die Effektivität und die Energieeffizienz beim Lackieren


Blutech-Inhaber Roger Blum (l.) und Stefan Graf, Inhaber der Carrosserie Glatt in Höri. Foto: AGVS-Medien

sco. IR steht für Infrarot und verrät das Geheimnis der neuen Lackierkabine des italienischen Herstellers Bellini Systems s.r.l.: Statt mit Öl, Gas oder Fernwärme wird die Kabine mit Infrarot-Wellen beheizt.  Für ein optimales Arbeitsergebnis benötigt ein Carrosserie-Lackierer eine Umgebungstemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius. Damit der Lack auf dem Blech (oder Kunststoff) richtig getrocknet werden kann, muss die Temperatur in der Lackierkabine anschliessend auf 60 bis 70 Grad erhöht werden. Oft geschieht dies mit Öl- und Gasheizungen oder ökologischer mittels Fernwärme. Ist der Einbrennprozess zu Ende und das frisch lackierte Teil fertig, muss die Lackierkabine für den nächsten Auftrag wieder auf 20 Grad heruntergekühlt werden. Je nach Jahreszeit ein zeitraubender und ineffizienter Prozess. 

Hier geht Bellini mit der IR-Evo HD technologisch einen grundlegend neuen Weg. Die Trocknung geschieht mittels Infrarot-Wellen. Das habe verschiedene Vorteile, erklärt Roger Blum, Inhaber und Geschäftsführer von Blutech, der die Produkte exklusiv in der Schweiz vertreibt und installiert: «Mit Infrarot heizen wir nicht die Kabine auf, sondern lediglich die Teile, die frisch lackiert wurden.» Das spart Energie und – im Carrosseriebetrieb fast noch wichtiger – viel Zeit. «Mit der IR HD-Evo bin ich rund dreimal schneller als mit einer herkömmlichen Lackierkabine», sagt Stefan Graf, Inhaber der Carrosserie Glatt. In der Anschaffung kostet das neuartige Produkt zwar rund 50 Prozent mehr, «aber die Zeitersparnis macht diese Mehrinvestition schnell wieder wett». Früher hätten sich die zu bearbeitenden Teile oft vor der Lackierkabine gestaut. «Heute müssen sich meine zwei Carrosserie-Lackierer ranhalten, um mit dem Tempo der Kabine mitzuhalten», sagt der Chef des Betriebs mit insgesamt fünf Mitarbeitenden.

Er habe sich lange überlegt, ob er mit seiner Firma Blutech in einen Markt eintreten wolle, in dem schon «sieben bis zehn Anbieter präsent sind», sagt Roger Blum. Die Technologie der IR-Evo HD habe ihn aber derart begeistert, dass er das Produkt ins Portfolio aufgenommen habe. Die Infrarot-Technologie bietet Blutech nicht nur für neu gebaute Lackierkabinen an, sondern auch für Umrüstungen bestehender Kabinen.


Die 72 Infrarot-Panels heizen nur dort, wo die Wärme benötigt wird: Blick in die IR-Evo HD, die von Blutech in der Schweiz vertrieben wird. Foto: AGVS-Medien

Beim Besuch der AGVS-Medien in Höri im Zürcher Unterland standen auch zwei E-Fahrzeuge in der Carrosseriewerkstatt. Mittlerweile ist jeder fünfte in der Schweiz verkaufte Neuwagen ein Elektro-Auto oder ein Plug-in-Hybrid. Deren Lithium-Ionen-Zellen reagieren stark auf Temperaturen – Hitze reduziert ihre Lebensdauer. «Dank den 72 Infrarot-Panels in der Kabine heizen wir bei der Trocknung des Lacks nur die Aussenhaut auf, nicht aber die Batteriepacks», nennt Stefan Graf einen weiteren Vorteil des neuen Systems, das sich – State of the Art – mittels Touchscreen intuitiv bedienen lässt. Die Investition in die neue Lackierkabine ist aus dieser Perspektive auch eine Investition in die batterieelektrische Zukunft.
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